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SMS Tsingtau und SMS Vaterland



Die Originale:

Eines der ungewöhnlichsten Kapitel deutscher Marinegeschichte wurde Anfang des letzten Jahrhunderts in China geschrieben. Im Gefolge der Erwerbung des Pachtgebietes von Kiautschau und als Folge des Boxer-Aufstandes 1900 kam es zu einer umfangreichen Stationierung von deutschen und anderen Seestreitkräften in den Chinesischen Gewässern. Dazu gehörten auch flachgehende Flusskanonenboote zum Zeigen der Flagge auf den chinesischen Flüssen. Die beiden ersten für die die deutschen Marine extra gebauten Flusskanonenboote waren SMS Tsingtau und SMS Vaterland, wobei letztere von patriotischen Vereinen im Ausland durch Spenden finanziert wurde.



SMS TSINGTAU stellte am 03. Februar 1904 und versah Ihren Dienst auf dem Perlfluss (Zhu Jiang) und Westfluss (Xi Jiang) sowie im Mündungsgebiet um Hongkong und Macao. Ihre Basis war Kanton.

Bei Kriegsausbruch wurde Sie am 02. August 1914 in Kanton aufgelegt. Die an Bord verbliebene Restbesatzung versenkte das Flusskanonenboot bei Kriegseintritt Chinas am 21.3.1917 selbst

SMS VATERLAND stellte am 28. Mai 1904 in Dienst und versah Ihren Dienst auf dem Jangtsekiang. Ihre Basis war Shanghai.

Bei Kriegsausbruch wurde Sie am 01. August 1914 in Nanking aufgelegt.

Nach Eintritt Chinas in den Krieg wurde sie als LI-SUI in die chinesische Marine übernommen und diente auf dem Amur, kam in den dreißiger Jahren als RI-SUI unter die Flagge Mandschukuos und fuhr 1945 als sowjetische BIKIN auf dem Amur. Nach 1951 wurde sie dann abgewrackt.

Technische Daten

 

Länge/Breite/Tiefgang:

Verdrängung:

50,1 m/ 8 m/0,95 m

280 t

Geschwindigkeit

Besatzung:

13 kn

44 Mann Marine, 11 Chinesen

Bewaffnung

1 x 8,8 cm/SL 30; 1 x 5 cm/SL 40; bis 6 MG

Bauwerft

F. Schichau, Elbing



Die Modelle:

Die Modelle wurden nach Plan im Maßstab 1:50 gebaut. Nach längerer Liegezeit wurde das Modell der SMS Vaterland im Sommer 2014 komplett renoviert, u.a. wurde

·         Ersatz aller Türen und Luken durch neue Exemplare, mit durchstoßenen Schießscharten und neuen Verschlüssen

·         Schotttür auf der Rückseite des gepanzerten Kommandostandes (wie kommt man da sonst rein.

·         Bullaugen mit Panzerblenden

·         Handlauf am Schanzkleid des Aufbaus

·         Kompletter Neuanstrich (dabei auch bewusstes setzen von farblichen Akzenten wie holzfarbene Niedergangsleitern im Aufbau, Absetzen des Handlaufs (war sicherlich aus Hartholz), korrekte Bemalung der Positionslichter, Aufarbeitung der Windhutzen)

·         Vorreiber und Scharniere an den Schotttüren

·         Kompletter Ersatz der Takelage

·         Neue Deckel der Materialspinde am Schanzkleid des Oberdecks

·         Komplett neue Elektrik (Neue Akkus, neuer Fahrtregler, neue Verkabelung) – es blieben im Prinzip nur die alten Motoren im Schiff.



Wiederindienststellung:

Nach 8 Jahren in der Mothball-Fleet konnten die beiden Schwestern beim Herbstschaufahren 2014 quasi zum zweiten Mal in Dienst gestellt werden. Das Ereignis wurde von uns standesgemäß mit einer Runde Tsingtau-Bier gebührend gefeiert.

Übrigens: Im Original sind sich die beiden Schiffe in Ihrem Einsatzgebiet nie begegnet.

Volker Schuster                             Josef Scheidt